GEMA FÜR DUMMIES & SONSTIGE EINNAHMEQUELLEN

BeatUnit Artikel
GEMA für Dummies & sonstige Einnahmequellen 

Als Beatmaker hast du 3 verschiedene Einnahmequellen, von denen primär zwei als Beatmaker relevant sind, nämlich die Vertriebsgelder und die Tantiemen.

Die Vertriebsgelder

Vertriebsgelder sind Beträge, die du von deinem Distributor (Beispiel:, SpinnUp,RecordJet ..) oder von deinem Label erhältst. Diese Summen kommen durch folgende Faktoren zustande: Streams, digitale & physische Verkäufe (digital: iTunes Downloads – physisch: CDs, Vinyls) und meist auch Synchronization (YouTube Content ID,..).

Achtung, 100% Nettoeinnahmen bedeutet nicht, dass du von einem DSP* bei einem Songverkauf 0,99€ erhältst, wenn dies der Konsument zahlt. Beispielsweise erhältst du bei iTunes bei einem Single Verkauf von 0,99€ „nur“ 0,71€. Dies ergibt sich dadurch, dass ein gewisser Anteil (9,1 Cent) Tantiemen durch die Verwertungsgesellschaft für Urheberrechte (GEMA, AKM, darauf wird später eingegangen) wiedererstattet werden. Abgesehen davon behält sich Apple (da sie im Besitz von iTunes sind) einen Betrag als Plattform, ein anderer Teil geht an das Finanzamt welche sie in Form von Steuern abgeben müssen. Tabellen dazu findest du auf. Quelle: RecordJet, https://www.recordjet.com/warum-recordjet/

 

 

Wenn du den Betrag mit einem Label teilst können diese 0,71€ schnell weniger werden je nach Unternehmen (haben sie Investoren/Gesellschafter, sind sie Teil eines größeren Labels/Major, Vertriebsdeal Konditionen, Management, ..). Verdienst du gut musst du diese auch wiederum versteuern als Einzelunternehmer/Privatperson = Einkommenssteuer.

Tantiemen

Die 2. Einnahmequelle ist die Verwertungsgesellschaft für Urheberrechte, im Falle von Deutschland die GEMA, in den USA BMI/ASCAP, in Österreich die AKM & Austro Mechana (wichtig, erzähle dann wieso es hier 2 sind). All diese Verwertungsgesellschaften haben Gegenseitigkeitsverträge, so, dass du, auch wenn du in Russland zum Beispiel ein Placement hast, deine Einnahmen in Deutschland erhältst. Sogenannte „Tantiemen“ werden an die Urheber ausgeschüttet. Diese Tantiemen unterteilt man in zwei wichtige Teilbereiche:

Aufführende Rechte & mechanische Rechte.

Unter aufführenden Rechten (AR) versteht man Live-Shows, TV, Radio-Plays, etc., also alles, wo was öffentlich „aufgeführt“ wird. Zum Beispiel auch das Restaurant in deiner Nähe oder Mc’Donalds zahlt auch Tantiemen an die Verwertungsgesellschaft des eigenen Landes.

Unter mechanisches Recht (MR) hat man früher die Verwertung von physischen Einheiten/Verkäufen verstanden, also CD-Verkäufe oder Vinyls. Heute sind auch die Streamingzahlen & Online-Verkäufe mitinbegriffen. Beispiel von vorher, Apple iTunes: in diesen 0,28€ Tara steckt ein gewisser Teil für die

GEMA, nämlich die 0,091€ Songwriting-Share. Einen Teil davon erhältst du, als Urheber/Komponist, zurück, den anderen Teil kriegt der Künstler/Textdichter. Bei Streaming ist das wirklich sehr wenig und wird erst bei hohen Zahlen beachtet.

Wie schaut es im Ausland aus?

Die GEMA zahlt AR & MR gemeinsam, in den USA zahlen BMI & ASCAP nur aufführende Rechte, weswegen viele dort eine Anmeldung bei einem Admin („Pseudo“-Publisher) haben, zum Beispiel Songtrust. In Österreich zahlt die AKM nur die AR & die Austro Mechana MR getrennt (fungieren jedoch zusammen. Man meldet seine Werke bei der AKM an und sie sind auch in der Datenbank der Austro Mechana verzeichnet).

Die internationale Datenbank aller Verwertungsgesellschaften für Urheberrechte heißt „CISAC“. Macht eine Verwertungsgesellschaft Gebrauch von deinem Werk oder kommt es zu einer Nutzung, werden die nötigen Informationen von dort genutzt.

Zusätzliche Informationen

Das sind die Einnahmequellen für Beatmaker. Jede Verwertungsgesellschaft hat auch einen „Verteilungsschlüssel“ indem festgelegt worden ist, wie viel ein Musikverlag, Komponist oder Textdichter prozentuell kriegt. Jedoch können diese minimal abweichen (je nach Vertragskondition). Üblicherweise haben Musikverlage Beteiligungen von 1/3 (33,33%) bei AR und 40% bei MR. In den BeatStars Verträgen befinden sich wenn man genau reinliest auch meist die Publishing Anteile, die der Producer einhebt, wenn es zu einem Verkauf kommt. Das sind 50% des gesamten Werkes der Tantiemen bei einer Produktion, da sie meist die einzigen Komponisten dieses Instrumentals sind.

Es gibt eine weitere Verwertungsgesellschaft nur für Interpreten und richtige Produzent/innen (nicht Producer). Im Englischen nennt man dies auch „Neighbouring Rights“, darum kümmert sich in Deutschland die GVL, in Österreich die LSG, es gibt auch internationale Firmen die diese Beträge einholen können, zum Beispiel SoundExchange (ziemlich bekannt in den US). Diese Arbeiten basieren auch meist auf Gegenseitigskeitsverträgen, jedoch sollte man sich da genauer informieren, da, bis dato meiner Recherche, die GVL und die LSG keine große Liste an Partnern besitzen.

Glossar

*DSP = Digital Service Provider (Musikstreaming- oder Verkaufsplattform, z.B. Spotify, iTunes, Tidal,..)

 

von Enea SHIRA a.k.a. Illyrica adlerssohn.com

2 Kommentare zu „GEMA FÜR DUMMIES & SONSTIGE EINNAHMEQUELLEN“

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