MR.GEES  – Der Preis der Selbstständigkeit

Es kursiert das Gerücht, dass Mr. Gees sich im Producer Game noch eine hohe Position sichern wird, was nicht zuletzt daran liegt, dass seine Produktionen sehr dope sind. Platzieren konnte Mr. Gees unter anderem bei Haze oder Taimo.
Die Liebe zu Beats sollte immer im Vordergrund stehen. Andererseits muss ein junger Producer einige Hindernisse bewältigen, um seinen Beruf auch auf lange Sicht ausleben zu können. Dieses Interview gehört zur Rubrik “Der Preis der Selbstständigkeit“ und soll jungen Producer dabei helfen, bisher gemachte Erfahrungen in der Branche zu sammeln, sich darüber auszutauschen und davon für ihre eigene Karriere zu profitieren. Auf die Eltern hören sie eh nicht. 

 

Mr. Gees – ein Producer, bei dem die Straße wieder auflebt. Bist du in einer musikalischen Familie aufgewachsen? Woher ziehst du die Inspirationen, jeden Tag aktiv Musik zu schaffen? 


Mein Vater war ein großer Musiker und ist für mich ein großes Vorbild. Daher kommt auch die Motivation, mich jeden Tag mit Musik zu beschäftigen und neue Beats zu kreieren. 

Du konntest nun schon einige Erfahrungen in der Branche sammeln und etablierst dich immer mehr mit deiner Tätigkeit. Recordest du direkt mit Artists zusammen oder sendest du überwiegend Beatpacks raus ? 

Im Moment stelle ich noch Beatpacks zusammen und sende sie an die jeweiligen Rapper raus. Ab und zu ergibt sich aber auch die Möglichkeit, mit Rappern direkt zusammen zu arbeiten, was auf mir auf jeden fall mehr Spaß macht. Das ist oft auch erfolgreicher als Zuhause zehn Beats zu bauen, von denen dann vielleicht drei oder vier wirklich benutzt werden.

Worauf sollte ein Producer von Anfang an in seiner Karriere Wert legen? 


Auf das Herangehensweise “learning by doing”! Darauf lege ich immer noch sehr viel Wert. Einfach mal alles ausprobieren, was deine DAW so hergibt. Der Rest kommt mit der Zeit.

Wie verliefen die bisherigen Deals mit den Artists, mit denen du zusammengearbeitet hast? Da viele Artists heutzutage vermehrt single-basiert arbeiten, fordern Producer inzwischen Master Rights von den Artist Splits der digitalen Einnahmen. Wie ist das bisher bei dir verlaufen und welche Erfahrungen konntest du bislang machen? 


  • Als ich meine ersten Placements bekommen habe, habe ich mir noch keine Gedanken über Deals oder dergleichen gemacht. Ich war, ehrlich gesagt, einfach nur happy darüber, so schnell einen Erfolg erzielt zuhaben. Durch die Beatunit habe ich aber viele Dinge gelernt, die mir in Zukunft helfen werden, anständig mit Rappern und ihren Labels zu verhandeln. Dafür nochmal ein großes Dankeschön!

Mit welcher DAW arbeitest du? Nenne bitte drei Gründe, weswegen deine DAW wie für dich gemacht ist.


  • Ich arbeite mit Maschine Studio von Native Instruments. Das ist meiner Meinung nach einfach sehr leicht zu bedienen und übersichtlich in der Handhabung. Ich musste nicht erst hunderte YouTube Videos gucken, um zu wissen, was ich zutun habe und was das Programm drauf hat. Im Prinzip erklärt sich alles von selbst. Learning by doing eben 😉

Derzeit sind Drill-Beats sehr beliebt und die neue deutsche Wave kommt immer mehr – wenn sie uns nicht sogar schon längst eingeholt hat. Wie ist deine Erfahrungen mit Künstlern, die strikt nur auf Trap Beats rappen möchten? 


  • Da mein Herz eine große Vorliebe für Oldschool Beats hat, fällt es mir ein wenig schwierig mit Rappern zu arbeiten, die ausschließlich nur auf moderne Beats rappen wollen. Das soll nicht heißen, dass es für mich unmöglich ist, aber ich glaube die Producer, die so ticken wie ich, verstehen, was ich meine. Allerdings sollte man sich als Producer auch nicht auf nur eine Schiene festlegen, sondern versuchen, seinen Horizont in der Musik zu erweitern. Also: stay tuned!

Dieses Interview ist dein erstes für die Beatunit. Damit teilst du dein Wissen mit der Community und hilfst allen dabei, sein bisheriges Verhalten und Handeln in der Branche zu reflektieren. Inzwischen sind durch deine Empfehlung fünf neue Mitglieder in die Unit reingekommen. Dafür danken wir dir sehr. 

Was war dein Grund, der Beat Unit beizutreten? 


  • Gerne! Als mir Philip (Carlo-Beats) von der Beatunit erzählt hat und mich fragte, ob ich Lust hätte, dabei zu sein, kam für mich als Antwort nur ein fettes „SAAAFEE“ in Frage. Damals war es „nur“ eine WhatsApp Gruppe mit über 150 Producern. Jetzt ist es ein offizieller Verein, der sich für unsere Community einsetzt. Und sagen zu können, dass ich schon seit der offiziellen Gründung dabei bin, finde ich schon mehr als dope! Kann ich jedem, der es mit seiner Musik ernst meint, empfehlen und ans Herz legen. #BU

Mag deine Mutter deine Beats ? 


Ich würde mal behaupten, dass meine Mutter den einen oder anderen Track von mir schon gut feiert. Klingt ja meistens schon eher kriminell als freundlich. Aber wenn ich ihr mal was neues zeige, reagiert sie eigentlich immer mit einem leicht schwingenden Kopf und einem positiven Kommentar wie „Also das regt schon ganz schön zum Kopfnicken an“.

Du bist bewandert im Themengebiet Urheberrecht und kennst die gängigen Einteilungen in Komposition und Text. Wann hast du zum ersten Mal davon erfahren? Hattest du am Anfang einen Ansprechpartner für deine Fragen ?  


Als ich das erste mal davon hörte, war ich bereits in der Beatunit WhatsApp Gruppe. Bei Fragen zu diesen Themen wurden mir direkt Mitglieder empfohlen, an die ich mich wenden konnte. Wie auch in allen anderen Bereichen, die mir fragen aufgeworfen haben.

Was sind deine nächsten Steps ? 

Da ich den Schritt in die komplette Selbständigkeit noch nicht vollendet habe, ist die Umsetzung davon im Moment für mich das Wichtigste. Danach werde ich versuchen, Pläne für ein eigenes Studio, einer Instrumental Platte und vielleicht sogar für ein Producer Album umzusetzen. Das wird sich in den nächsten Jahren zeigen und ich bin sehr gespannt, was die Zukunft noch für mich bereithält.

Würdest du Producern einen Steuerberater empfehlen?

Ich glaube für die Producer, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, ist es nicht zwingend notwendig, einen Steuerberater an ihrer Seite zu haben. Wenn ein Producer allerdings schon etwas weiter ist und Ausgaben hat, die ihm helfen, sich noch breiter aufzustellen, kann ein bisschen Unterstützung beim Thema Steuern nicht verkehrt sein. 

 

Vielen Dank 

https://www.instagram.com/mr.gees_beats/

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